Kleiner Abriss zur Geschichte des Schmiedens
Das Schmieden - eine der ältesten Techniken der Metallbearbeitung - hat seine Bedeutung behalten. Alte Kunstschmiedearbeiten zwingen den Fachmann und Kenner in ihren Bann; auch der Laie ist von ihrem Formenreichtum und ihrer Schönheit beeindruckt.
Was ist nun Schmieden?
Mit dem Wort Schmieden wird eine Anzahl von Arbeitstechniken bezeichnet, mit denen die ursprüngliche Form eines Metalls in eine andere Form gebracht wird, ohne dass Späne abgenommen werden. Da der Stahl in kaltem Zustand schwer umformbar ist, wird er in einem Schmiedefeuer glühend gemacht; der Schmied spricht vom Erwärmen des Stahls. Durch die zugeführte Wärme verringert sich seine Festigkeit; es wird geschmeidig und damit leichter umformbar als im kalten Zustand. Im warmen Zustand ist nicht nur das Verändern der Stabform durch biegen möglich, sondern auch das Umformen des Stahlquerschnitts durch stauchen und strecken. Der Werkstoff wird an bestimmten Stellen verdrängt und fließt an andere Stellen.
Schmieden setzt also voraus, dass der Stahl in einem Schmiedefeuer erwärmt und mit schmiedegemäßen Werkzeugen bearbeitet wird. Alle Gegenstände die im kalten Zustand umgeformt werden, sind darum nicht als Schmiedearbeiten zu bezeichnen, auch wenn das Umformen mittels Hammer erfolgt. Diese Teilung in den Arbeitstechniken besteht seit dem Mittelalter, als das Schmiedehandwerk sich in verschiedene Spezialberufe spaltete. Die wichtigste Teilung ergab sich aus der Trennung der Schmiede und Schlosser.
Sehr früh in der menschlichen Entwicklungsgeschichte lernten die Menschen, Metall herzustellen, es zu Gebrauchsgegenständen zu formen und ihm künstlerische Gestalt zu geben.
Zum Beispiel aus Ur, der Hauptstadt des sumerischen Reiches gibt es geschmiedete Dolchklingen, aus Kupfer geschmiedet, die etwa aus der Zeit 2700 v.u.Z. stammen. Nachdem das Eisen seinen dominierenden Platz in der Menschheit erobert hatte, nahm die Schmiedekunst an Bedeutung zu. Eines der wichtigsten Verfahren zur Formgebung war das Schmieden. Die uns heute bekannten ältesten Schmiedearbeiten stammen etwa aus der Mitte des ersten Jahrtausends vor unserer Zeit. Die Formgebung der Schmiedearbeiten erfolgte vorerst nach rein funktionellen, zweckbestimmten Gesichtspunkten, die der Schmied sich selbst erarbeiten musste bzw. von seinen Vorfahren übernahm. Das Beherrschen des Handwerks und der zweckmäßigen Formgebung führte zur Handwerkskunst des Schmiedens.